War dies ein Tag...
schon am frühen Morgen als ich noch damit beschäftigt war klopfte es zum ersten Mal an meine Praxistür...
Ich lief noch mit dem Skalpell und der Schere in der Hand zur Tür um sie zu öffnen. Eine feine Dame stand dort begehrte in dem für den Adel so typischem Ton Einlass.
Ich ffraggte mich schon was sie von mir einfachen Heilerin wohl wolle, da erkannte ich sie wieder. Die ehemalige Schankmagd, gekleidet wie eine hohe Dame...
Bevor ich jedoch näher mit ihr reden konnte pochte es wieder lautstark an der Tür und der Bauer rief verzweifelt um Hilfe. so schnell ich konnte lief ich vor die Tür und sah die Tochter der Kieselsteins ohnmächtig auf dem Boden liegen. Der Bauer trug sie schnell in die Praxis und ich begann sie zu untersuchen. Sie hatte keine Verletzungen, kein Fieber... nur die Wunden am Hals... sie bluteten wieder leicht.
Während ich sie untersuchte kam sie langsam wieder zu sich.
Die Eltern standen hilflos und entsetzt über den Zustand ihrer Tochter an der Seite. Dabei erfuhr ich das sie ihre Tochter aus den Augen gelassen hatten.
Ich befragte Sandra was ihr passiert wäre, warum sie nicht dort blieb wo ich es ihr angewiesen hatte. Sie ist ein sehr trotziges und eigenwilliges Mädchen und sie wollte nicht zu ihrer Tante und wäre deshalb weggelaufen. Bei der Befragung erfuhr ich auch das wieder einer der Herren in ihrer Nähe gewesen war, als sie wieder Besinnungslos wurde.
Dies bestätigte meinen Verdacht... etwas was ich in den Büchern meines Vaters entdeckt hatte...
Diese Herren... waren nicht mehr von dieser Welt und die Male am Hals der Kieselsteins und der Magd... waren Folge ihrer Gier...
Doch wie konnte ich den Kieselsteins helfen? Diese einfachen Leute, die schon soviel schlechtes erlebt hatten und nun in das nächste Grauen liefen... ein Grauen das endlos werden konnte und immer mehr Grauen hervorbrachte....
Erstmal gab ich der gesamten Familie Kieselstein ein wenig Wein zur Stärkung... sie sahen alle so aus als könnten sie dies gebrauchen.Danach ging ich mit der Bäuern vor die Tür und überließ Sandra unter der Aufsicht ihres Vaters. Vor der Tür rafen wir auf die Herren ... ein Umstand der mich sehr beunruhigte aber ich blieb äußerlich ruhig und flüsterte der Bäurin eindringlich zu ihre Tochter so schnell wie möglich zu ihrer Tante zu schicken und machte ihr den Vorschlag ihre Tochter solange unter meiner Aufsicht zu lassen. Dies wurde von der Bäuerin mit Begeisterung angenommen und wir gingen schnell wieder hinein.
In der Zwischenzeit mußte mit Sandra irgendetwas vorgegangen sein... sie war völlig aus dem Häuschen und wollte unbedingt gehen. Die Herren... schoss es mir durch den Kopf.... sie mußten noch in der Nähe sein und irgendwie Einfluß auf Sandra nehmen. Ich mußte verhindern das das Mädchen vor die Tür kam und verriegelte schnell die Tür während der Vater versuchte sein Kind zu halten. sie entwickelte Kräfte die man diesem Kind nie zugetraut hätte. Ich hatte sie schon fast bei der Liege mit dem Vater zusammen da lief die Mutter zur Tür hinaus... und Sandra lief ihr, woher auch immer sie die Kräfte nahm... hinterher und überrannte ihre Mutter die darauf stürzte und ohnmächtig wurde. Ich lief dem Mädchen hinterher, in der Hoffnung sie noch einzufangen und wieder zu beruhigen... und hoffte das sie nicht sofort in die Arme des Herren lief der ihr dies angetan hatte. Der Vater lief mir zwar hinterher, aber irgendwie nicht mit dem rechten Elan was ein besorgteer Vater eigentlich an den Tag legt. Aber ich hatte keine Chance, zuviele Möglichkeiten sich zu verstecken. Ich ließ resigniert die Schultern sinken und lief mit dem Vater zurück vor meine Praxis um wenigstens der Mutter zu helfen, die sich verletzt hatte.
Und wer stand dort noch vor meiner Tür... meine kleine Freundin Mara... sie war auf die lange Reise gegangen um mich zu besuchen und hatte sich erstmal um die Bäuerin gekümmert die dort am Boden gelegen hatte. Der Bauer trug auch sie in meine Praxis und ich versorgte die Wunde am Kopf ... sorgsam darauf schauend ob sie nicht auch solche Verletzungen wie Tochter und Ehemann hatten, aber sie hatte sich nur durch den Sturz am Kopf verletzt, was mich irgendwie beruhigte.
Ich versorgte erst die Wunde und dann allle Anwesenden mit Wein.
Die Mutter ließ sich nicht beruhigen, sie war völlig außer sich und wollte ihre Tochter suchen und lief dann, trotz einbrechender Dunkelheit los um Sandra zu suchen.
Ich forderte den Mann auf ihr zu folgen und er ging eher unwillig hinterher.
Ich konnte mich nur kurz meiner erschöpften Freundin Mara zuwenden. Da erschien der Bauer wieder , der nicht die geringste Lust hatte nach seinen zwei Frauen zu suchen und sich gar keine Gedanken zu machen schien.
Ich versuchte ihn mit fast alllen Mitteln zu überreden sseine Frau doch zu suchen, da ich Sorge hatte das sie diesen Herren auch völlig hilflos in die Arme laufen könne.
Auch Mara versuchte es ... schon mit eher etwas unfreundlichen Worten,aber er ließ sich absolut nicht überzeugen, er wollte wohl die Situation genießen, allein mit zwei jungen Damen zu sein.
Plötzlich öffnete sich die Tür wieder... *dies scheint ein wirklich langer Tag zu werden- dachte ich.
Und die Bäuerin trat mit einem verletzten Krieger wieder ein. Sie waren sich im Wald begegnet. Er hat sie wohl zur Besinnung gebracht und deshalb ist sie wieder hierher zu mir gekommen.
Nun hat sich der Bauer endlich wieder um seine Frau gekümmert und sie nach Hause gebracht.
Ich konnte mich um einen verletzten Krieger kümmern, der schon seit 2 Tagen mit einem Pfeil in der Schulter durch die Gegend lief und Hilfe suchte.
Ich untersuchte die Stelle, die sich zum Glück noch nicht entzündet hatte.
Dann versorgte ich ihn erstmal mit Alkohol. Er bekam eine ordentliche Menge zu trinken... und eine ordentliche Menge auf die Verletzung und den Pfeil.
Ich nahm die Amputationssäge und sägte erstmal die Spitze vom Pfeil ab, um ihn dann nach hinten hinaus ziehen zu können.
Der Krieger war einiges an Schmerz gewöhnt und gab bei der Prozedur kaum ein Laut von sich.
Zum Glück war die Lunge nicht verletzt, sonst hätte er mir jetzt noch verbluten können.
Ich drückte die Wunden hinten und vorn ordentlich ab. Ich schaute auch einmal über die Schulter zu meiner Freundin Mara, die sehr interessiert zuschaute aber auch sehr sehr erschöpft wirkte. Ich zuckte innerlich mit den Schultern.... so ist das Leben eines Heilers nun einmal.
Nachdem ich den Krieger... der schon wieder anfing zu flirten, was mir zeigte das es ihm gut ging, verbunden hatte, gab ich ihm Anweisungen für sein Vehalten der nächsten Tage. aber irgendwie scheinen mich die Männer hier alle nicht ernst zu nehmen, naja ihre Sache... ich hab es ihm gesagt der Rest liegt in seiner Hand.
Ich brachte ihn mit Mara noch auf den Weg zum Gehöft der Bauern und war dann rechtschaffend müde. auch Mara sah aus als würde sie bald umfallen. Eigentlich wollte ich sie noch in die Taverne einladen, da ich wiedermal nicht dazu gekommen war mir auf dem Markt etwas zu holen, aber selbst dazu waren wir zu müde.
Wir gingen zurück in meine Praxis wo sie ihre Sachen abgestellt hatte und sie schenkte mir eine Kräuterschriftrolle, die sie mir als Geschenk mitgebracht hatte...
Sie ist wirklich eine liebe Freundin...