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Leben in Secondlife
 
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 Morren Carnell

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Morren Carnell



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BeitragThema: Morren Carnell   Di Feb 19, 2008 1:48 am

- Ein Einband, gebunden in abgewetztes und teils verdrecktes Leder, findet sich versteckt unter der Matratze eines Gästezimmers in der Taverne der düsteren Stadt. Schlägt man es auf so findet der Blick vergilbte Seiten auf dem Zeilen in wenig gerader Linie geschrieben stehen. Hier und da gleicht es schon mehr einem wilden Kauderwelsch, das zu allem Überfluss kaum zu entziffern ist. Nein, der Verfasser hatte wahrlich nicht die Absicht, genau diese Zeilen an andere zu richten, vermochte vermutlich kaum die Feder zu führen und verstand so zärtlich damit umzugehen, wie mit der Klinge im Leib einer anderen, armen Sau. Jeder Schriftgelehrte hätte beim Anblick dieser Vergewaltigung von Schreibutensilien wild die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und alsbald den nächsten Scheiterhaufen aufgebahrt. Wer weiß, vielleicht war es eben dieses Schicksal, das dem Verfasser eines Tages zuteil wurde. -


Erster Eintrag: Die Ankunft

Ruhig und verlassen lagen sie da, die Straßen der Stadt, die ich von nun an mein zu Hause nennen sollte. Eine Stadt, die ewig im Schutz nächtlicher Dunkelheit zu liegen schien und nicht auch nur die Ahnung von Sonnentrahl auf mein Gesicht lassen wollte. Lediglich das Strahlen von Mond und Sternen zeugten von ihrer Existenz. Ich weiß noch, dass ich lächelte... und meine Hand vermutlich die ganze Zeit über auf dem Schwertgriff ruhte. Im Umland hatte das Gerücht von aufbrodeldem Krieg die Runde gemacht - versprach Arbeit für mich und das willkommene, bald schon vergessene Gewicht eines klimpernden Geldsäckchens am Gürtel. Jetzt sitze ich hier in der Taverne, stehe unter Sold und kann nicht unbedingt behaupten, dass ich allzu viel mehr Gewicht an meinem Gürtel spüre. Nun, es könnte schlimmer sein.

Im Grunde begann es gut. Ich heuerte bei der Wache an und noch vor meinem ersten Streifgang war ich als "der Neue" bekannt. Ein gutes Zeichen, wollte ich meinen. Immerhin nahm man mich zur Kenntnis und im eigenen Denken stieg der Glaube an eine durchaus hinnehmbare Überlebenschance. Zumindest sprach es dafür, dass man nicht schon in den nächsten Stunden sinnlos verheizt werden würde. Oh Söldnerherz, was willst du mehr. Es kam noch besser. Hier in der Taverne, genau an diesem Tisch, erfuhr ich die erste Bekanntschaft. Man könnte meinen ein kleines Licht inmitten der Dunkelheit. Vieles hatte ich erwartet, doch nicht, dass man auf mich zugehen würde. Umso angenehmer und noch verwirrender war diese Erfahrung. Alles in allem wage ich zu behaupten, dass mir an diesem Tag das Glück zur Seite stand. Nur einige Stunden später schien es anderweitig beschäftigt. Da nämlich fand ich mich nackt gefesselt am Kreuz im Schloss der Prinzessin wieder.
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Morren Carnell



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BeitragThema: Re: Morren Carnell   Do Feb 21, 2008 9:12 pm

Noch immer glaube ich den kalten Stahl ihrer Dolchklinge in meinen Oberschenkeln spüren zu können. Verheilt sind sie, die Wunden, doch Narben werden bleiben. Und bald werden sie vergessen sein. Zieren einfach schon zu viele meine Haut. Gut, ich sollte ehrlich sein, zumindest zu mir selbst. Ich bin nicht nachtragend, doch vergessen werde ich nie. Nicht diese Stunden, die mir Narben brachten, die demütigender waren als alle, die mir zuvor beigebracht wurden. Doch der Abend sollte einmal mehr oft gehörte Redensart bestätigen: Es kommt immer anders als man denkt. Konkret sollte es bedeuten, dass ich mich, mein Geist noch benebelt vom Schmerz, sanft gebettet auf weichen Kissen liegend fand. Nicht wie angenommen schmorend im Höllenfeuer.

Es war die Prinzessin, die mich ans Kreuz band, die meine Oberschenkel durchlöcherte und meine Trommelfelle unter lautem Auflachen zum Erzittern brachte. So war es aber auch eben diese Prinzessin, die es irgendwie vollbrachte, mich in ihr Gemach zu schleppen, auf das Bett zu legen und Wundsalbe auf meine Wunden zu streichen. Nur langsam sollte meine Benommenheit weichen, ich sah sie neben mir knien, sah diese Bestie in Gestalt eines doch beinahe zierlichen Wesens. „Elbensalbe. Damit werden eure Wunden schneller heilen.“, hatte sie gesagt. Ohja, ich spürte das kühle, wohlige Kribbeln der Paste und glaubte ihr. Diesen spitzohrigen Baumkuschlern sei mein Dank gewiss.

„Es war nichts Persönliches. Es ist der Krieg, Herr. Ich will euch nicht töten.“ Ich hatte genickt. Ihre Worte waren mir verständlich. Irgendwo war Krieg doch nichts anderes als ein Ränkelspiel zwischen den Mächtigen. Dazwischen die einfachen Figuren wie meine Wenigkeit, die zu leiden, zu bluten und zuweilen einfach zu sterben hatten. Die Folter am Kreuz war nichts anderes. Nüchtern betrachtet diente man eben lediglich als Figur für andere, damit diese Macht demonstrieren und ihr Spiel überhaupt erst spielen konnten. Und doch.. hätte ich Gelegenheit gehabt, ich hätte sie erwürgt, hätte sie an den Haaren die Treppen hinab zum Kreuz gezerrt und vorhin erlebtes Spiel wiederholt – mit getauschten Rollen.
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Morren Carnell



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BeitragThema: Re: Morren Carnell   Do Feb 21, 2008 10:19 pm

Mal ganz davon abgesehen, dass sich das Laufen mit durchlöcherten Oberschenkeln trotz noch so wundersamer Elbensalbe als äußerst schwierig und nur wenig angenehm gestaltet, galt es zu Überleben. Was für ein Bild hätte es auch abgegeben, selbst auf allen Vieren kriechend die Prinzessin hinter sich her zu schleifen? Der eigene Stolz gebot es mir. Die Schmach, schon am ersten Tag des Dienstes das frühzeitige Ableben zu wählen, wäre unerträglich. Noch mehr, wo durchaus Chancen bestanden, diesen lebend zu überstehen. Ein Bauer stellt die ihm überraschend geschenkte Kuh mit prallem Euter auch nicht in Frage. Zudem hatte ich nicht erwartet, solche Behandlung erfahren zu dürfen. Unter den Kriegern selbst war es nicht unüblich. Sie alle teilten dasselbe Schicksal, das Dasein als Spielfigur. So blutig die Schlachten auch sein mochten, ein gewisses Maß an Würde und Respekt war ungeschriebene Regel. War es auch das Einzige, womit sie außer dem auf kurz oder lang folgenden Tod rechnen konnten. Aber hier? Behandelt von ihr, die es normal gewohnt war, Spielfiguren zu formen und auf das Feld zu schicken? Gut, es verdiente Respekt und machte das Liegen leichter erträglich.

Sie handelte dumm, unüberlegt und leichtsinnig. Damit waren nicht ihre folgenden Worte gemeint: „Ich hasse den Krieg und wünsche mir sein Ende herbei.“ Nachvollziehbar, auch wenn ich diese Einstellung nicht völlig teile. Krieg ist meine Arbeit, der beflügelnde Rausch des Kampfes Grund meiner Existenz. Soll man sich eben die Köpfe einschlagen. Ich habe meine Rolle akzeptiert und werde diese bis zum Ende leben. Leben.. wenn man es so nennen will. Ihr Fehler war, dass sie sich von der Müdigkeit übermannen ließ am Fuße des Bettes plötzlich einschlief. Den Feind, der ich nun einmal war, freut so etwas ungemein und ich fand den Griff ihres Schwertes. So habe ich die Hoffnung, nie mit dem Gefühl von kaltem Stahl an der eigenen Kehle erwachen zu müssen. Ihrem Gesichtsausdruck nach empfand sie in dem Moment ganz genauso.

Doch was sollte es mir nützen? Meine Beine hätten mich unter den gegebenen Umständen – verflucht sei der Dolch – kaum bis zur Grenze meines eigenen Landes getragen. Irgendein Wächter oder Krieger hätte mich aufgegriffen und leichtes Spiel gehabt. Das Blut der Prinzessin an meinen Händen wäre nur schwer zu erklären gewesen und hätte die Angelegenheit für mich nicht unbedingt zum Vorteil gewandelt. Mir blieb nichts anderes, als mich auf ihr Wort zu verlassen, die Klinge wieder sinken zu lassen und mich den Umständen der Situation zu fügen. Abwarten und möglichst bald genesen.

Lieber Teufel, hole mich zu dir, lasse mich bluten und vor Schmerzen schreiend am Kreuz hängen oder brennen im Höllenfeuer. Doch bitte, tue mir nicht noch einmal solches, wie dann geschehen, als wir Frieden für diese Nacht vereinbart hatten. Im Schlaf kam ihr Körper dem meinen gefährlich nahe, meine Brust schien willkommene Ablagefläche für ihren Arm und ich spürte ihren warmen Atem über meine Haut streichen. Das beständige Heben und Senken ihres Brustkorbs ließ mich so manche Rundung deutlich spüren und ihr gelegentliches Räkeln ließ mich erzittern. Meine Beine wollten mir aufgrund der Verletzung ihren Dienst verweigern und vermochten nicht mehr aufzustehen. Etwas anderes dagegen konnte dies in solcher Situation durchaus. Oh welch süße Versuchung, die mir zur Qual wurde. Zähneknirschend erinnerte ich mich an das eigens gesetzte Ziel: Überleben und rief mir ihre Worte in Erinnerung. „Es war nichts persönliches..“ Wäre ich der Versuchung erlegen, hätte sie genommen und mich dabei dumm angestellt, oh damit wäre es dann wahrscheinlich etwas „persönliches“ geworden. Und das mit dem Töten hätte sie sich auch noch einmal überlegt. Wie verbissen man sich doch ein Ziel vor Augen halten kann.
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Setanta Oceanlane
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BeitragThema: Re: Morren Carnell   Fr Feb 22, 2008 2:15 am

Welch interessante Geschichte ^^

ich durfte ja auc hschon Deine Bekanntschaft Ingame machen und heisse Dich nun auch in diesem Forum herzlich willkommen.

Mit Dir zu spielen macht Spass und ich freue mich auf weiter interessante und spannende RP's mit Dir.

Gruss
Set
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